
SOLINGER TAGEBLATT, 25.08.2010
ZWEI GELDBRIEFE AUS BERLIN
PCS AG - Der Ohligser Software-Entwickler erhält Fördermittel für zwei Projekte. Fünf Mitarbeiter eingestellt.
Doppelte Freude bei Michael Voos: Der Vorstandsvorsitzende der PCS AG bekam jetzt die zweite Zusage für Fördermittel aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Wirtschaftsministeriums. „Damit kommt auch mal ein bisschen Geld aus Berlin in Solingen an, um die heimische Wirtschaft zu unterstützen“, sagt Voos mit leichtem Understatement. Denn immerhin handelt es sich in beiden Fällen um eine sechsstellige Summe.
„Wir bekommen 40 Prozent unserer Kosten als nicht rückzahlbare Zuwendung“, erklärt Voos den Geldsegen, der fünf neue Arbeitsplätze ermöglichte. Die Zahl der Programmierer stieg auf 17. Vier der zusätzlichen Fachleute arbeiten an einem Sicherheitsprogramm für Datenbanken auf so genannten SQL-Servern. Voos: „Für derartige Server gibt es zurzeit keine Sicherheitslösung. Es kommen aber immer mehr Daten von außen in den Kreislauf der internen EDV - etwa bei Selbstauskünften für Banken.“ Davor, dass derartige Dokumente virenverseucht sind, müsse die Datenbank geschützt werden.
Von der neuen Unique SQL-Protector genannten Software erhofft sich der PCS-Vorstand einen Umsatz von 2,1 Millionen Euro pro Jahr. „Das ist ein sehr vielversprechendes Produkt. Wir entwickeln das Programm direkt mehrsprachig, werden es weltweit zu einem Marktpreis von 2500 Euro anbieten.“ Der PCS-Vorstand erwartet, dass der SQL-Protector Ende September 2011 marktreif ist.
Programmieren für jedermann - ohne spezielle Kenntnisse
Schon Ende März des nächsten Jahres soll ein anderes Programm stehen - das Unique Application Centre. Für diese Idee erhielt Michael Voos Ende 2009 die erste Fördermittel-Zusage vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Die Neuentwicklung soll jedermann das Programmieren ermöglichen - ohne dass eine Programmiersprache gelernt werden müsste oder spezielle Vorkenntnisse nötig seien. „Das wird alles gezeichnet“, sagt der EDV-Fachmann geheimnisvoll. „Die Bedienung ist ähnlich wie bei Microsoft Office.“
Als Zielgruppe sieht Voos „IT-affine User“ sowie kleine und mittlere Software-Entwickler. „Man spart ungefähr 40 Prozent der Entwicklungszeit ein.“ Interesse für das neue Produkt will der Ohligser Unternehmer auch durch die Art der Vermarktung wecken: „Da gehen wir ganz neue Wege. Das Application Centre wird es kostenlos geben. Wir erwarten aber Lizenzgebühren, wenn ein Programm fertig ist und genutzt wird.“
Der Förderantrag für die Entwicklung des Programms war in Berlin zügig bearbeitet worden: Die Genehmigung kam nach drei Monaten. Noch schneller ging es bei der Sicherheitssoftware: Da brauchten die Ministeriumsmitarbeiter nur gute zwei Monate. „Das ist für mich ein Ausdruck, dass man ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat“, betont Michael Voos. „Wir haben uns zwar schon immer mit Hilfe von Fachleuten nach Förderprogrammen umgesehen, aber das ist das erste Mal, dass wir etwas beantragt und auch erhalten haben.“
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand ist das „Basisprogramm“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Es soll marktorientierte Technologien kleiner und mittlerer Unternehmen fördern. Das Programm startete am 1. Juli 2008 und ist bis Ende 2013 befristet.
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